
Bauen in Osterode am Harz
5
nach dem großen Krieg einen vermehrten Zugang erkennen.
Die Eisenhütten erleben eine neue Blüte. Seit
Anfang des 18. Jahrhunderts ernährten das Tuchmachergewerbe
und alle seiner Nebenzweige bereits ein
Viertel der gesamten Bevölkerung Osterodes.
Bis in das 19. Jahrhundert hinein entwickelte sich Osterode
zum größten Gewerbe- und Tuchort Hannovers.
Das 1719 bis 1722 errichtete barocke Harzkornmagazin
diente zur Versorgung des Oberharzes mit Getreide zur
Brotherstellung. Der siebenjährige Krieg brachte noch
einmal große Unruhe. Überschwemmungen der Söse,
Trockenheit, Brände und Epidemien ließen die Einnahmen
der Stadt schwinden.
Die Entwicklung der heimischen Industrie in Baumwoll
und Tuchfabriken brachte in der Zeit der beginnenden
Industriealisierung neuen Auftrieb. Die gleichmäßige
Nutzung der Wasserkraft und der Bau von
Talsperren waren langjährige Projekte. Die Erbauung
der Sösetalsperre (1928 – 1932) ist auf die Initiative
Osteroder
Bürger zurückzuführen. 1885 wurde die Stadt
Sitz des neu gebildeten preußischen Landkreises. Im
zweiten Weltkrieg wurde die Stadt nicht zerstört.
Die Nachkriegszeit stellte Osterode jedoch vor schwere
Aufgaben. Die nahe Zonengrenze brachte der Stadt zusätzliche
Probleme, aber der Zugang neuer Industriezweige
erwirkte seit den späten 1990er Jahren einen
neuen wirtschaftlichen Aufstieg.
Moderne Schulen, ein Erlebnisbad mit 85-m-Superrutsche,
eine Stadthalle und eine Fußgängerzone verbesserten
die Infrastruktur und steigerten die Attraktivität
Osterodes stetig.
Mit der Verwaltungs- und Gebietsreform Anfang der
1970er Jahre wurden die umliegenden Orte in die Stadt
Osterode eingemeindet und das Stadtgebiet damit wesentlich
vergrößert. Die Bevölkerung wuchs auf etwa
28.600 im Jahre 1996. Zur Zeit sinkt die Einwohnerzahl
der Stadt und ihrer Ortsteile jedoch deutlich.